Digitalisierung

Hausverwaltungs-Software im Vergleich: Rimo, Garaio, ImmoTop und Abrechnungs-Tools

6 Min. Lesezeit

Wer eine neue Hausverwaltungssoftware evaluiert, steht schnell vor einer unübersichtlichen Auswahl. Rimo R5, GARAIO REM, ImmoTop2 — alle drei sind in der Schweiz etabliert, alle drei versprechen effizientere Bewirtschaftung. Doch welche Lösung passt zu welchem Betrieb? Dieser Vergleich hilft Ihnen, die Entscheidung strukturiert zu treffen.


Die Vergleichskriterien

Bevor Zahlen und Features verglichen werden, lohnt es sich, die Massstäbe zu klären. Für Schweizer Hausverwaltungen sind folgende Kriterien besonders relevant:

  • Funktionsumfang: Buchhaltung, Nebenkostenabrechnung, Mietermanagement, Dokumentenverwaltung
  • Datenschutz & Hosting: Serverstandort Schweiz, DSG-Konformität
  • Sprachunterstützung: Deutsch, Französisch, Italienisch — mehrsprachige Verwaltungen haben andere Anforderungen als rein deutschsprachige Betriebe
  • Integrationsfähigkeit: Schnittstellen zu Drittsystemen (Abacus, MWST-Tools, Portale)
  • Skalierbarkeit: Eignet sich die Lösung für 50 Einheiten oder 5'000?
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Lizenzmodell, Implementierungsaufwand, Schulungskosten
Gemäss einer Erhebung des Bundesamts für Statistik (BFS) verwalteten Schweizer Hausverwaltungen 2022 rund 1,8 Millionen Mietobjekte. Die Branche ist fragmentiert — kleine Büros mit 200 Einheiten stehen neben grossen Verwaltungsgesellschaften mit über 20'000 Liegenschaften. Eine Einheitslösung gibt es nicht.


Rimo R5: Der etablierte Schweizer Standard

Rimo R5 von der Rimo Software AG ist seit Jahrzehnten in der Schweizer Bewirtschaftungsbranche präsent. Die Lösung deckt den gesamten Bewirtschaftungszyklus ab: von der Mietzinsanpassung über die Heiz- und Nebenkostenabrechnung bis hin zur Korrespondenz mit Mietern.

Stärken

Der grösste Vorteil von Rimo ist die Tiefe der Schweizer Rechtskonformität. Das System kennt die Eigenheiten des Obligationenrechts (OR), die kantonalen Unterschiede bei Mietzinserhöhungen und die Besonderheiten des Stockwerkeigentums. Wer in Zürich oder Basel eine mittelgrosse Verwaltung führt und primär mit deutschsprachigen Mietern arbeitet, findet hier eine ausgereifte Lösung.

Die Integration mit gängigen Buchhaltungssystemen — insbesondere Abacus — funktioniert zuverlässig. Viele Schweizer Treuhandbüros, die neben der Immobilienverwaltung auch Buchhaltungsmandate führen, schätzen diese Verknüpfung.

Schwächen

Die Benutzeroberfläche gilt als lernintensiv. Neue Mitarbeitende brauchen mehrere Wochen, bis sie produktiv arbeiten. Wer auf Digitalisierung in der Schweizer Immobilienverwaltung setzt, stösst bei Rimo gelegentlich an Grenzen, was moderne Web-Oberflächen und mobile Nutzung betrifft.

Pro: Tiefe OR-Konformität, bewährte Abacus-Integration, starke Community in der Deutschschweiz

Kontra: Steile Lernkurve, weniger geeignet für mehrsprachige oder stark wachsende Betriebe


GARAIO REM: Modular und mehrsprachig

GARAIO REM der GARAIO AG aus Bern ist in der ganzen Schweiz verbreitet — und das ist kein Zufall. Die Lösung unterstützt Deutsch, Französisch und Italienisch und eignet sich damit besonders für Verwaltungen, die in mehreren Sprachregionen tätig sind.

Stärken

Das modulare Aufbausystem erlaubt es, die Software schrittweise auszubauen. Wer heute nur Mieterverwaltung und Abrechnung braucht, kann später Module für Stockwerkeigentum, Portfolioauswertungen oder Eigentümerreporting hinzufügen. GARAIO REM ist zudem cloud-fähig, was den IT-Aufwand für kleinere Büros reduziert.

Ein weiterer Pluspunkt: GARAIO bietet eine offene API-Architektur. Drittanbieter können sich anbinden — darunter auch spezialisierte Tools für die Mieterkommunikation. Die Verbindung zu modernen Ergänzungslösungen ist damit technisch unkomplizierter als bei manchen Mitbewerbern.

Schwächen

Die Lizenzkosten liegen im oberen Bereich. Für Verwaltungen mit weniger als 500 Einheiten kann das Preis-Leistungs-Verhältnis kritisch werden. Ausserdem ist der Implementierungsaufwand nicht zu unterschätzen: Datenmigration, Schulung und Konfiguration binden interne Ressourcen über Monate.

Pro: Mehrsprachigkeit, modularer Aufbau, offene Schnittstellen, cloud-fähig

Kontra: Hohe Einstiegskosten, aufwendige Implementierung, für sehr kleine Betriebe überdimensioniert


ImmoTop2: Stark in der Abrechnung

ImmoTop2 von W&W Immo Informatik AG ist bekannt für seine Abrechnungsstärke. Insbesondere die Heiz- und Nebenkostenabrechnung gilt als besonders präzise — ein Kriterium, das angesichts der Komplexität des Schweizer Mietrechts nicht unterschätzt werden sollte.

Stärken

Wer regelmässig mit Fragen zur Nebenkostenabrechnung konfrontiert wird — und das sind laut SVIT-Umfragen die häufigsten Mieteranliegen — findet in ImmoTop2 ein Werkzeug, das diese Prozesse strukturiert und nachvollziehbar macht. Die Abrechnungslogik ist transparent und lässt sich gut gegenüber Mietern dokumentieren.

ImmoTop2 bietet zudem ein integriertes Dokumentenmanagement und unterstützt die elektronische Mieterkorrespondenz. Für Verwaltungen, die ihre Mieterkommunikation verbessern wollen, ohne gleich das gesamte System zu wechseln, ist das ein relevanter Aspekt.

Schwächen

Die Stärke im Abrechnungsbereich ist gleichzeitig eine Einschränkung: ImmoTop2 ist weniger breit aufgestellt als GARAIO REM. Portfolioauswertungen, Eigentümerreporting und moderne CRM-Funktionen sind weniger ausgeprägt. Wer eine All-in-one-Lösung sucht, könnte sich eingeschränkt fühlen.

Pro: Überlegene Abrechnungstiefe, gutes Dokumentenmanagement, bewährt bei komplexen Nebenkostenabrechnungen

Kontra: Schmalerer Funktionsumfang ausserhalb der Abrechnung, weniger modular als GARAIO REM


Abrechnungs-Tools als Ergänzung: Wann lohnt sich ein Zusatztool?

Nicht jede Hausverwaltung braucht eine vollintegrierte Verwaltungssoftware. Kleinere Betriebe — etwa Privatvermieter mit 10 bis 50 Einheiten — arbeiten teils mit spezialisierten Abrechnungstools, die günstiger und einfacher zu bedienen sind. Lösungen wie EasyImmo oder einfache Excel-basierte Vorlagen decken Grundbedürfnisse ab, stossen aber bei wachsendem Portfolio rasch an Grenzen.

Wie der SVIT (Schweizerischer Verband der Immobilienwirtschaft) in seinen Empfehlungen zur Digitalisierung betont, fehlt es vielen kleineren Verwaltungen nicht an Software, sondern an der Konsequenz in der Nutzung. Ein teures System, das nur zu 30% genutzt wird, ist schlechter als ein einfaches Tool, das vollständig in die Arbeitsprozesse integriert ist.


Direkter Vergleich: Welche Software für wen?

| Kriterium | Rimo R5 | GARAIO REM | ImmoTop2 |

|---|---|---|---|

| Zielgrösse | 200–5'000 Einheiten | 500–20'000+ Einheiten | 100–5'000 Einheiten |

| Mehrsprachigkeit | Eingeschränkt | Vollständig (DE/FR/IT) | Eingeschränkt |

| Abrechnungsstärke | Hoch | Mittel-hoch | Sehr hoch |

| API / Integrationen | Mittel | Hoch | Mittel |

| Cloud-Option | Eingeschränkt | Ja | Eingeschränkt |

| Einstiegskosten | Mittel | Hoch | Mittel |

| Lernkurve | Steil | Mittel | Mittel |


Was keine dieser Lösungen abdeckt

Ein blinder Fleck aller drei Systeme: die telefonische Erreichbarkeit. Rimo, GARAIO und ImmoTop verwalten Daten — sie beantworten aber keine Anrufe. Wer abends um 22 Uhr einen Wasserrohrbruch meldet, landet bei keiner dieser Softwares, sondern auf einer Combox.

Der Fachkräftemangel in der Hausverwaltung verschärft dieses Problem: Viele Büros haben nicht genug Personal, um Anrufe zuverlässig zu beantworten — erst recht nicht ausserhalb der Bürozeiten. Verwaltungssoftware löst dieses Problem strukturell nicht.


Verdikt: Klare Empfehlung je nach Betriebsgrösse

Rimo R5 eignet sich für mittelgrosse Deutschschweizer Verwaltungen, die eine tiefe OR-Integration und eine bewährte Abacus-Anbindung schätzen. Wer bereit ist, in Schulung zu investieren, bekommt ein robustes Werkzeug.

GARAIO REM ist die richtige Wahl für Verwaltungen, die in mehreren Sprachregionen tätig sind, wachsen wollen und Wert auf offene Schnittstellen legen. Der Preis ist höher — aber die Skalierbarkeit rechtfertigt ihn für grössere Betriebe.

ImmoTop2 empfiehlt sich für Verwaltungen, bei denen die Nebenkostenabrechnung im Zentrum steht und die eine solide, nicht übermässig komplexe Lösung suchen.

Keine dieser Lösungen ist universell überlegen. Die Entscheidung hängt von Betriebsgrösse, Sprachregion, Wachstumsplänen und internen IT-Ressourcen ab.

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Verwaltungssoftware strukturiert den Alltag — aber sie nimmt keine Anrufe entgegen. Atreo schliesst genau diese Lücke: als KI-Telefonassistent, der sich in bestehende Systeme wie GARAIO REM oder Rimo R5 einfügt und Mieteranrufe rund um die Uhr entgegennimmt, kategorisiert und weiterleitet. Testen Sie es kostenlos unter atreo.ch.

Häufige Fragen

Was ist die beste Hausverwaltungssoftware in der Schweiz?
Es gibt keine universell beste Lösung. Rimo R5 eignet sich für mittelgrosse Deutschschweizer Betriebe, GARAIO REM für mehrsprachige und wachsende Verwaltungen, ImmoTop2 für abrechnungsintensive Betriebe. Die Wahl hängt von Grösse, Sprachregion und Prozessanforderungen ab.
Was kostet Hausverwaltungssoftware in der Schweiz?
Die Lizenzkosten variieren stark. Einstiegslösungen beginnen bei einigen Hundert Franken pro Monat, vollintegrierte Systeme wie GARAIO REM können bei grossen Betrieben mehrere Tausend Franken monatlich kosten — zuzüglich Implementierungs- und Schulungsaufwand.
Sind Rimo, GARAIO und ImmoTop DSG-konform?
Alle drei Anbieter sind in der Schweiz domiziliert und unterliegen dem Schweizer Datenschutzgesetz (DSG). Dennoch empfiehlt sich eine Prüfung der Serverstandorte und Datenverarbeitungsverträge — insbesondere wenn Cloud-Module genutzt werden.
Welche Hausverwaltungssoftware eignet sich für kleine Betriebe unter 200 Einheiten?
Für sehr kleine Betriebe sind vollintegrierte Systeme oft überdimensioniert. Spezialisierte Abrechnungstools oder Einstiegslösungen sind günstiger und schneller implementiert. Ab etwa 200 Einheiten lohnt sich der Wechsel zu einer vollwertigen Verwaltungssoftware.
Merlin, Gründer von Atreo

Merlin

Gründer von Atreo

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